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Die Geschichte des Tauchens

Schon immer waren die Leute vom Wasser fasziniert. Kein Wunder, denn ¾ der Erdoberfläche ist mit Wasser bedeckt. Die Geschichte des Tauchens geht bis ins Jahr 4.500 v. Chr. zurück. Dank archäologischer Funde konnte bewiesen werden, dass zu dieser Zeit schon erste Apnoetaucher in Ostasien, Indien und im Arabischem Meer nach wertvollen Gegenständen wie Perlen und Korallen tauchten.

Archimedes und Aristoteles als Teil der Tauchgeschichte

Auch in Europa verdienten die Griechen ab ca. 2.500 v. Chr. Ihren Lebensunterhalt mit dem fangen von Tieren unter Wasser. Ein Mythos datiert auf das Jahr 500 v. Chr. besagt, dass der Grieche Scyllias beim Tauchen nach versunkenen Schiffen bereits einen umgedrehten Kessel als Luftquelle genutzt haben soll. Das Gerätetauchen war geboren. Zwei der berühmtestens Gelehrten der Antike Aristoteles und Archimedes trugen mit der Erfindung der Tauchglocke und der Entdeckung der Gesetze des Auftriebes entscheinend zur Erfolgsgeschichte des Tauchens bei.

Stillstand im Mittelalter – 16. Jahrhundert bahnbrechend

Allerdings gingen im Mittelalter große Teile dieses Wissens wieder verloren, wodurch sich das Tauchen in dieser Zeit nicht weiter entwickelte. Erst im 16. Jahrhundert wurde die Tauchglocke neu erfunden und das Tauchen gewann wieder an Bedeutung. In dieser Zeit wurden viele grundsätzliche Entdeckungen gemacht, die auch noch dem heutigem Erkenntnisniveau entsprechen.

Otto von Guericke, Robert Boyle und Edme Mariotte sind u. a. für die Erfindung des Barometers, die Erklärung des Zusammenhangs zwischen Druck und Volumen eines Gases und für die Erkenntnis, dass Gase sich unter Druck in Flüssigkeiten lösen und bei Druckabfall Blasen bilden, verantwortlich. Durch diese physikalischen Zusammenhänge haben sie die weitere Entwicklung des Tauchens ermöglicht. Danach folgten viele Weiterentwicklungen der Tauchglocke, welche sogar für Arbeiten unter Wasser genutzt werden konnten.

Deutscher erfindet ersten geschlossenen Tauchanzug

Erst im Jahr 1837 erfand der deutsche Erfinder August Siebe den ersten Prototypen des geschlossenen Tauchanzuges. Auf diesem Prototyp basieren auch noch die heutigen Helmtauchgeräte, weshalb Siebe in seinem Nachruf als Urvater des Tauchens bezeichnet wird. Im 19. Jahrhundert wird außerdem immer mehr über die Gefahr der Taucherkrankheit bekannt und verschiedene Ärzte verfassen über dieses Thema Abhandlungen. Auf diesen Werken basieren die ersten Auftauchtabellen, welche angeben, wie schnell der Aufstieg bei einer bestimmten Tauchzeit und -tiefe erfolgen darf.

20. Jahrhundert – Die Sporttaucher kommen

Anfang des 20. Jahrhunderts wird das Tauchen nicht nur in der Armee oder fürs Arbeiten genutzt, sondern auch in der Freizeit. Erste Tauchsportklubs werden gegründet. In den Jahren 1942-43 entwickelten Jacques-Yes Cousteau und Emile Gagnan den Gagnan-Cousteau Regler, welche das Tauchen grundlegend veränderte. Denn dieser Atemregler lieferte schon bei leichtem Einatmen automatisch Pressluft und versorgten den Taucher nicht wie bei alten Geräten ununterbrochen mit Luft. Durch seinen einfachen Aufbau und die solide Konstruktion war er ideal für das Sporttauchen.

Nachdem es in den 60er Jahren immer häufiger zu Tauchunfällen kommt, werden erste Organisationen gegründet, um Taucher auszubilden und zu zertifizieren. Diese Entwicklung setzt sich in den 70er Jahren fort, indem es Pflicht wird, für das Befüllen von Sauerstoffflaschen oder das Ausleihen von Ausrüstung einen Tauchschein vorzulegen. Ende des 20. Jahrhunderts werden allein in der USA jährlich ca. 500.000 neue Taucher ausgebildet, Tauchermagazine werden gegründet und der Tauchtourismus wird immer wichtiger. 2001 gab es in Deutschland  6.000 Tauchlehrer und 2002 wurden die Personen in den USA mit Tauchschein auf ca. 8,5 Millionen geschätzt. Dabei entwickelt sich die Technik immer weiter und es wird an neuen Verfahren wie der Flüssigkeitsbeatmung gearbeitet.

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Ingo Scheuermann

Ingo Scheuermann

Ingo ist seit Jahren begeisterter Taucher und freut sich über Tipps und neue Reiseziele unter Tauch-Seiten.de.
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